Heilpflanzen

Der CARLsGARTEN umfasst verschiedene Beetinseln mit jeweiligen Schwerpunkten in der Bepflanzung. Hier findet ihr Informationen und Tipps zu unseren Heilpflanzen.

Ringelblume, Foto: Tommy Hetzel

HEILPFLANZEN A bis Z

AKELEI (Aquilegia vulgaris)
Familie: Hahnenfussgewächse / Ranunculaceae
Die mehrjährige Pflanze wird bis zu einen Meter hoch. Sie treibt im zeitigen Frühjahr aus einem mehrköpfigen Wurzelstock.
Blattform: Ihre Blätter sind dreizählig gezähnt und gefiedert.
Blütenfarbe: Ab April bis Juli zeigen sich die violetten oder blauen Blüten. Die Blüten haben hinten Sporen, die Blütenblätter sehen aus wie von einem verspielten Modeschöpfer erdacht.
Standorte: freie Stellen im Wald und in lichten Gebüschen, sandige Böden
Inhaltsstoffe: Blausäure, Blausäureglykosid, Linolsäure, Myristinsäure, Magnoflorin.
Giftigkeit: Achtung! Leicht giftig. Nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äußerlich anwenden.
Weitere Anwendungsmöglichkeiten: Samen gegen Läuse. Die Samen kann man gegen Läuse versuchen, wenn keine anderen Läusemittel verfügbar sind.
Getrocknete und zerstampfte Samen kann man bei Hautparasiten anwenden.  


ECHTE KAMILLE (Matricaria chamomilla)
Familie: Korbblüter
Die einjährige Pflanze wird 10-50 cm groß und hat einen runden, glatten aufrechten Stengel, der sich stark verzweigt. Die Kamille duftet ausgeprägt.
Blattform: Die gefiederten Blätter sind grüngelb.
Blütenfarbe: gelb, weiß
Standorte: Wegränder, Getreidefelder, Gärten, Brachflächen
Verwechslungs­gefahr: mit der Hundskamille
Erntemonate: März-August
Hauptanwendungen: Verdauungsschwäche
Heilwirkung: antibakteriell, austrocknend, beruhigend, blutreinigend,
entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, menstruationsfördernd
Besondere Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Cumarine, Flavonoide, Schleimstoffe
Hilft bei: Asthma, Blasenentzündungen, Bronchitis, Durchfall, Ekzemen, Erkältungen, Geschwüren, Halsschmerzen, Hämorrhoiden, Harnwegs­­entzündungen, Hautentzündungen, Hautproblemen, Husten, Magen­schleimhaut­entzündungen, Magenkrämpfen.


GOLDRUTE (Solidago)
Familie: Korbblütler
Die echte Goldrute wird bis zu einen Meter hoch. Aufrechte Stengel, der sich normalerweise nicht verzweigt (außer ganz oben), hat meistens nur wenige Blätter.
Blattform: länglich lanzettlich.
Blütenfarbe: vielen kleinen Gelben Blüten
Standorte: trockene Waldwiesen, lichte Wälder oder Kahlschläge
Erntemonate: Juli – Oktober
Heilwirkung: harntreibend, adstringierend, blutreinigend, entzündungshemmendInhaltsstoffe: Saponin, Bitterstoff, Inulin, Gerbstoff, ätherisches Öl
Hilft bei: Blasenentzündungen, Blähungen, Darmentzündung, Diabetes, Durchfall, Gicht, Insektenstichen, Nierenleiden, Nierensteinen, Rheuma.
Anwendung: als Tee, Tinktur, Kräuterwein, gelbe Farbe (aus den Blüten), junge Triebe für Pfannengemüse


INGWER (Zingiber officinale)
Familie: Ingwergewächse
Ingwer wächst wild von Indien bis Malaysia. Aus dem Wurzelstock wächst ein Scheinstengel, der etwa bis einen Meter lang wird.
Am oberen Ende wächst auf dem Stengel eine zapfenartige Blütenähre, die grüne Deckblätter mit gelbem Rand hat. Darauf entfaltet sich eine orchideenähnliche Blüte in gelb, violett und braun.
Da die Ingwerpflanze keine Kälte verträgt, kann sie in Deutschland nicht im Freien angebaut werden, aber im Topf oder Pflanzsack kann man den Ingwer ohne Probleme selbst züchten.
Erntemonate: Wurzelstock in Herbst
Hauptanwendungen: Erkältung, grippaler Infekt, Bronchitis, Arthritis/ Rheuma, Entschlackung, Übelkeit
Heilwirkung: appetitanregend, entzündungs­­hemmend, schmerzlindernd, antibakteriell, antiviral sowie antioxidativ, durchblutungsfördernd
Besondere Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Borneol, Cineol, Gingerol, Vitamin C
Hilft bei: Appetitlosigkeit, Brechreiz, Gelenkentzündungen, Magen-Darmbeschwerden, Reiseübelkeit, Seekrankheit

SPITZWEGERICH (Plantago lanceolata)
Familie: Wegerichgewächse
Der Spitzwegerich war Arzneipflanze des Jahres 2014.
Blattform: lanzettlich, lineal, spitz und schmall, keine Stiele
Blüten: braun, weiß. Die Blüten sind am Ende eines dünnen Stengels, der bis zu 40 cm hoch werden kann. Die Blüten selbst sind sehr klein und haben zusammen die Form einer Ähre.
Standorte: Wege, Wegränder, Wiesen
Verwechslungs­gefahr: mit dem mittleren Wegerich, der etwas breitere Blätter hat und genauso verwendet wird.
Erntemonate: Blätter: Mai bis August, Wurzeln: Ende August bis Oktober, Samen: August bis September
Hauptanwendungen: Husten
Heilwirkung: antibakteriell, austrocknend, beruhigend, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, menstruationsfördernd
Besondere Inhaltsstoffe: Aucubin, Gerbstoffe, Germanium, Kalium, Kieselsäure, Schleimstoffe, Vitamin B, Vitamin C, Zink
Hilft bei: Asthma, Bronchitis, Harnwegs­­entzündungen, Hautentzündungen, Husten, Insektenstichen, Lungenentzündungen, Lungenschwäche, Magen­schleimhaut­entzündungen, Reizdarm, Verbrennungen, Wunden
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzeln, Samen
Geschmack: leicht bitter und etwas salzig
Weitere Anwendungsmöglichkeiten: Tee, Sirup, Tinktur, Salate, Pesto. Hildegard von Bingen kannte auch die lindernde Wirkung bei Stichen, und der Saft sollte gegen Gicht helfen.